– Gründungsmitglied Bernd Reuter über die Anfänge des Systemhaus-Verbundes

Als vor 30 Jahren die „COMTEAM GmbH & Co. KG“ gegründet wurde, aus der 2001 die comTeam Systemhaus GmbH hervorging, steckte die IT-Branche noch in den Kinderschuhen. Bernd Reuter, Geschäftsführer des comTeam-Systemhauses P.A.C. in Bremen, ist eines der vier Gründungsmitglieder.


Herr Reuter, wie kamen Sie und Ihre Kollegen auf die Idee, comTeam zu gründen?
Wir haben einfach gesehen, dass wir zusammen viel mehr erreichen können. Uns trieb der Gedanke, dass wir durch einen Zusammenschluss in größeren Mengen – also wesentlich günstiger – einkaufen könnten. Warum also nicht voneinander profitieren?   


Welche Vorteile wollten Sie genau durch den Zusammenschluss erreichen?
Das Ziel war, durch einen gemeinsamen Einkauf, ein gemeinsames Kernsortiment und eine zentrale Regulierung größere Aufträge abwickeln und ohne Vorkasse und Kredite einkaufen zu können. Dadurch bekamen wir eine stärkere Marktposition gegenüber den Lieferanten. Außerdem wollten wir alle von einem breiten Fundus an Erfahrungen profitieren. Deshalb organisierten wir schon sehr früh regelmäßige Tagungen, damit sich die Händler austauschen konnten.


Wie hat sich die Arbeit bei comTeam im Laufe der Jahre entwickelt bzw. verändert?
Wir hatten anfangs nicht so ein breites Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten wie gegenwärtig. Dieses wurde über die Jahre immer mehr ausgebaut. Heute profitieren alle comTeam Mitglieder von vielseitigen und regelmäßigen Informationsformaten, die sich ständig weiterentwickeln. Dadurch ist natürlich auch die Vernetzung und Kommunikation zwischen den einzelnen Mitgliedern immer intensiver geworden. 

 
Wie hat sich die IT-Branche aus Ihrer Sicht im Laufe der Zeit verändert?
Sie hat sich extrem verändert. In den 80er Jahren gab es nur IT-Fachhändler, der Begriff ‚Systemhaus‘ ist erst in den 90ern entstanden. Die ersten comTeam Mitglieder hatten meist noch ein Ladengeschäft, wo sie auch Privatkunden bedienten. Mit der Zeit lag der Fokus aber immer mehr auf ganzheitlichen Konzepten für Unternehmen, weshalb stärker in den Außendienst und in Serviceleistungen investiert wurde. Die Geschäfte verschwanden dadurch nach und nach. Außerdem gab es anfangs quasi keinen IT-Ausbildungsberuf oder die Möglichkeit eines Informatik-Studiums. So haben sich hauptsächlich Radio- und Fernsehtechniker sowie Quereinsteiger im IT-Fachhandel selbstständig gemacht. Auch die Preise haben sich in dreißig Jahren extrem gewandelt. Heute ist es zum Beispiel unvorstellbar, dass Anfang der 90er Jahre ein PC noch zu einem Stückpreis von 10.000 D-Mark verkauft wurde. Zu dieser Zeit konnte ein Unternehmen vom Verkauf der Hardware leben. Es gab nur zwei Betriebssysteme – MS-DOS und IBM DOS – die weitestgehend identisch waren. Heute muss ein Systemhaus Service verkaufen und sich auf eine Fachrichtung spezialisiert haben.


Was heißt es für Sie, Teil der Verbundgruppe ElectronicPartner zu sein? 
Es bedeutet, Mitglied in einem starken Team zu sein und sich gemeinsam den Herausforderungen des Marktes zu stellen. Ich als einzelner Fachhändler habe die Möglichkeit vom Wissen vieler zu profitieren und kann umgekehrt auch die Erfahrungen aus unserem Geschäft weitergeben. Außerdem erhalte ich in schwierigen geschäftlichen Situationen stets kompetente Hilfe und Unterstützung.